Von Meiningen 2022 nach …

Im letzten Jahr habe ich einen tollen Tagesausflug mit Annette von Augensterns Welt nach Meiningen gemacht zu den Patchworktagen der Gilde – der Post dazu wollte sich aber irgendwie nicht schreiben lassen und schwups war 2023 und die nächsten Patchworktage wollten besucht werden. Vor der Pandemie war ich mit Katrin von Nealich bei den Patchworktagen in Dinkelsbühl 2019 gewesen und das hat mir so gut gefallen, wer mag kann hier noch nachlesen.

Es ist einfach immer eine große Bereicherung so viele verschiedene, individuelle und aus vielfältigen Ideen und Techniken geborene Werke zu sehen. Für jeden sind sicherlich Lieblingsstücke dabei, die einen ganz besonders ansprechen, aber auch einfach krasse Kunstwerke, die man einfach bewundern und bestaunen will. Ich nehme euch also einfach mal mit auf eine kleine Reise durch die Ausstellungen.

Ganz an den Beginn meines langen Berichts möchte ich den Quilt „Sterne der Hoffnung“ stellen von Bärbl Vollertsen. Sie hat diese tolle Aktion initiiert und die Anleitungen für die Sterne wurden nach und nach online in der Corona-Lockdown-Zeit gemeinsam genäht – ich glaube das war auch für viele Aktionen der Gilde ein Novum und ein Aufbruch in ein neues Zeitalter. Gleichzeitig hat es viele Menschen zu Hause aufgefangen … dankeschön für die tolle Aktion, an der ich leider nicht teilhaben konnte, da ich immer arbeiten konnte.

Eines meiner eher kommerziellen Highlights in Meiningen waren die Kunst-Quilt von Carol Morrisey, die vor allem viele ihrer tollen Kreisequilts im Gepäck hatte. Hier seht ihr den Quilt „Kora“ und unten diesen wunderschönen Blumenquilt „SpiderLilies“. Es ist sehr spannend zu sehen, was man mit Kreisen alles bildlich darstellen kann.

Spannend finde ich besonders Ausstellungen von Gruppen der Gilde, in denen sich alle etwas zum gleichen Thema überlegt und gestaltet haben. Hier in Meiningen zum Beispiel eine Jelly Roll, ein Layer Cake und eine Kursleiterin – eine lustige Idee finde ich und daraus sind tolle Quilts der Barbarrossas entstanden, hier „JellyJollaysCakeMachine“ von Wargard Pfeiffer und „Schönbunt!“ von SabineSchneider. Schön war auch, wie die Gruppenmitglieder über die Entstehung ihrer Quilts berichteten, es klang nach sehr viel gemeinsamer Freude am Tun – super sympathisch.

Diese Gruppe und die tollen Werke der Zertifikantinnen, sowie Gespräche mit Migliedern dieser Gruppen haben mich so ein bisschen angefixt und lassen mich überlegen die Kursleiterausbildung anzufangen. Unterrichten … ja das mache ich gern und das kann ich auch; ob ich allerdings jemals so kreativ und handwerklich so gut werden kann, dass ich das auch guten Gewissens weiter vermitteln kann, mal sehen. Besonders gut gefallen hat mir der Quilt „Roter Farbkreis“ von Andrea Brosig.

Und noch ein weiteres Werk einer Gruppe, der Quilthuer, ein toller Farbverlauf aus 8 Quilts ist mir besonders aufgefallen – ich mag es ja gern farbig und hier in so vielen Varianten sieht man wie viel Vielfalt da möglich ist.

Auch die Wolkersdorfer Quilterinnen zeigten tolle Quilts zu Sprichwörtern. Jeweils ein Pendant dazu haben russische Quilterinnen genäht und die Quilts wurden auch bereits in Russland ausgestellt. Sehr spannend die Kontraste und Gemeinsamkeiten zu entdecken und es wurde unglaublich viel gelacht beim Raten der Sprichwörter durch die Besucher. Die Erstellerinnen der Quilts und die Sprichwörter seht ihr auf dem Bild.

Ein weiteres Highlight, das für mich in Meinigen aber leider in den schmalen Fluren eines Hauses mit den vielen Verkaufsshops in den einzelnen Zimmern nicht so gut zur Geltung kam, weil man immer warten musste, bis mal eine Lücke im Menschenstrom war und man einen Schritt zurücktreten konnte, waren die vielen Quilts zu den Ausschreibungen.

Jedes Jahr gibt es eine oder zwei Ausschreibungen, bei denen man sich auch als Normalo, also als einfaches Gildemitglied, bewerben kann. Wenn man ausgewählt wird, dann gibt es zum Beispiel so wie hier für die Challenge „Faltenreich“ einen Stoffbrief, der dann eingearbeitet werden muss und die Quilts haben in der Regel ein vorgegebenen Format, dann man sie dann auch gut hängen kann.

Die unglaubliche Vielfalt der Ideen, Materialien, Verarbeitungstechniken und Interpretationen des Themas haut einen echt um und irgendwie findet man dann einen Favoriten und noch einen und noch einen und wenn man Glück hat stehen dann die glücklichen Näherinnen daneben und erzählen die Entstehungsgeschichten und man freut sich einfach mit ihnen, dass ihre Quilts dort hängen. Hier sind es die Quilts „Folded Flower Fish“ von Rainer Stahl, „Faltenreiche Blüten“ von Rebecca Roth, „Sie trägt´ nen Faltenrock von Mirjam Schmid, „VerstecktHidden“ von Christina Schaffner-Senger, „Falten – gestiftelt und gesmoked“ von Eli Thomae, „Verflixt und zugefaltet“ von Rita Eisenach, „Faltengebirge“ von Ines Frey und von Elke Sinorachki „Wrinkled Indian Elephant“.

In der zweiten Ausschreibung mit dem Titel „Wege“ sind mir besonders aufgefallen „Sehen-Erkennen-Handeln“ von Martina Dunckel, „Drunkards Cowpath“ von Imke Preussler, „Schieflage“ von Monika Flake, „Traumweg Himmelsleiter“ von Renate Kirchner. Andere waren auch noch wunderschön, ließen sich aber aufgrund der teils schlechten Lichtverhältnisse nicht gut fotografieren.

Und dann zeige ich euch noch ein paar für mich besondere Dinge aus anderen Ausstellungen und zwar aus der Ausstellung Berufe den Quilt „Gärtner“ von Gerti Holly und eine superschöne Patchworkschürze mit dem Titel „Erinnerungen“ von Dagmar Carolus aus der Ausstellung Schubladenschätze.

So ganz anders waren auch die Lagenquilts wie „Bruno 5“ von Claudia Nimmrichter und dieser tolle Würfel der Fourtextiler.

Und zum Abschluss noch zwei der Quilts, die zu meinen persönlichen Highlights gehörten – auch hier hätte ich mir eine andere Plazierung der Quilts gewünscht. Sie stammen aus der Onlinegruppe Stadtansichten und zeigen den „Kölner Dom“ und die „Tanzenden Häuser“ von Kristine Selbmann.

So – seid ihr schon mit Eindrücken überflutet? Annette und ich ging es auf jeden Fall in der Vielzahl der Ausstellungen so, die Augen gehen über und man ist völlig überflutet. Die weiten Wege in Meiningen zwischen den Ausstellungsorten waren insofern gut, um die Dinge zu verdauen, dass es aber kaum ein Kaffee oder eine Bäckerei hab, in der man mal die Füße hätte hochlegen können war schon etwas schade. Insofern hat mich der Ausstellungsort vor allem wegen der Ausstellungsräume, aber auch der anderen Umstände trotz der eigentlich hüschen Stadt und Umgebung wenig überzeugt.

Jetzt ist schon Meiningen 2022 so lang geworden und so mache ich morgen erst weiter in Dinkelsbühl 2023!

6 Comments

  1. Ja, Meiningen war patchworkmäßig schon eine Reise wert. Bei mir ja fast um die Ecke. Dass die gastronomische Versorgung so ganz mies war – entschuldige diesen grassen Ausdruck – ist schade. Das sollten die Organisatoren beim nächsten Mal bedenken. Die Ausstellungen waren toll. Auch ich gehörte zu den Ausstellern mit meiner Gruppe und der Kurs, den ich gab, war auch toll. Ich freue mich auf Moers. Evtl. gibt es dann ja „99 x schwarz – weiß“ ??? LG von Rela

    • Liebe Rela, von deinem tollen Auto hatte ich leider kein Bild gemacht; die Ausstellung deiner Gruppe habe ich gesehen, dich damals aber knapp verpasst. Moers ist für mich leider viel zu weit … die Ausstellung ist immer mitten im Abitur. Liebe Grüße Ingrid

  2. Liebe Ingrid,
    ich bin immer wieder hin und weg, von solchen Ausstellungen. Was man alles nähen kann. Da muss ich immer an einen Spruch denken. Nähen ist wie zaubern können. 😊 Ich kann mir gut vorstellen das du viel Spaß mit Annette auf der Ausstellung hattest. 👍

    Viele liebe Grüße deine nähbegeisterte Andrea 🍀

  3. Liebe Ingrid, ich lese solche Reise- und Ausstellungsberichte immer gerne, auch wenn die Ausstellung selbst schon länger her ist. (Wahrscheinlich sollte ich mir das auch selbst zu Herzen nehmen und könnte noch ältere Berichte nachholen…) Wie auch immer, die Auswahl der Quilts, die du zeigst, gefällt mir gut, und von den „tanzenden Häusern“ bin ich ziemlich begeistert. Ich kann mir vorstellen, dass sich auch die Quilterinnen, deren Werke du zeigst, über deinen Bericht freuen. Dann lese ich gleich mal weiter bei Dinkelsbühl. Liebe Grüße, Gabi

  4. Oh ja, die Patchwork Ausstellung in Meiningen hat mir gut gefallen. Da haben wir wirklich tolle Quilts und Patchwork Werke gesehen. Das war ein wunderschöner Tag mit Dir, liebe Ingrid. Dass machen wir nochmal wieder! 🙂
    Liebe Grüße
    Annette

  5. Liebe Ingrid,
    dass war bestimmt ein sehr schönes Erlebnis. Vielen Dank für die schönen Bilder,so kann man sich die Ausstellung gut vorstellen.
    Liebe Grüße Marita

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