aus dem Nähkäschtle geplaudert … ein DIY Blog übers Nähen

Reisen wir … New York!

Jetzt geht die Reise mit dem Finger auf der Landkarte bei Maika weiter und von Berlin aus machen wir einen riesigen Sprung quer über die ganze Erdkugel auf einen anderen Kontinent und in eine weitere Großstadtmetropole – New York.

Diese Stadt ist der Sehnsuchtsort meiner Jugend, sie war das Symbol für etwas Unerreichbares, das mich magisch anzog und doch war ich bis heute nicht dort und es zieht mich auch nicht mehr wirklich dort hin.

Ich habe als erstes mal versucht mich daran zu erinnern, warum mich diese Stadt damals so fasziniert hat und da sind mir die Wolkenkratzer eingefallen mitsamt der mutigen Menschen, die diese verrückten Pläne entworfen haben und dann auch frei gehend in luftigen Höhen diese gebaut haben. Die Freiheitsstatue als Symbol für Hoffnung, Freiheit und Selbstbestimmung, die vielen tollen Schiffe, die dort angekommen sind und Menschen aus der ganzen Welt in diese Stadt gebracht haben mit all der Vielfalt und vor allem ist mir die Musik eingefallen und viele tolle Musiker, die in dieser Stadt gelebt haben. Und irgendwie waren dann plötzlich die alten Pläne wieder in meinem Kopf … unbedingt wollte ich einmal ein wundervolles Konzert in der Carnegie Hall hören, auf die Zwillingstürme und das Empire State Building fahren und heruntergucken, die Börse besuchen, im Central Park flanieren und sehen und hören und staunen …

Hmm, nähen und Nähprojekte wollten mir da so gar nicht in den Kopf kommen … ich habe mir das Video vom Konzert von Robbie Williams in der Carnegie Hall reingeschoben und die Musik aufgedreht und war ein bisschen traurig, dass ich wirklich noch nie da war … aber bis zum Ende meines Studiums hatte ich entweder keine Zeit, weil ich in den Semesterferien gearbeitet habe, oder kein Geld … und am Tag vor meiner ersten Examenprüfung stürzten die Zwillingstürme ein und damit irgendwie auch meine kindlichen Illusionen über Amerika und “Big Apple”.

Ahhh, große Äpfel … das habe ich im Stoffschrank und zwar das letzte größere Stück des wunderschönen Apfelcanvas, den ich bei Frau Tulpe in Berlin bei meinem letzten Besuch gekauft habe.

Diesen habe ich zusammen mit dem zweiten Hosenbein der Jeans von der Tablettasche des Sohnes zu zwei Taschen vernäht, die ich an liebe Kollegen verschenken will, die vielleicht schon einen Dienstapfel besitzen und ihn darin sicher transportieren können.

Den Reißverschluss habe ich diesmal ohne schöne Enden direkt eingenäht, damit das Tablet mit Schutzhülle auch wirklich eng anliegend reinpasst in die Tasche, die unten durch einen kleinen Abnäher etwas Tiefe bekommen hat. Zum Schutz ist sie gefüttert mit H640, das polstert schon ziemlich gut finde ich und trägt aber nicht so auf, dass man die Tasche mit dem Gerät nicht noch in eine Schultasche oder einen Rucksack stecken kann. Innen blitzt ein vergnügter bunter Stoff mit hübschen Blümchen, Ranken und Zwergen heraus, der mir farblich dazu gefallen hat und außen habe ich die Reißverschlusszipper noch mit drei kleinen farbig passenden Perlen aufgehübscht.

Und dann beim Nähen habe ich mich immer wieder gefragt “Big Apple” … was zum Henker hat eigentlich ein großer Apfel mit einer Stadt wie New York zu tun … also habe ich nachgesehen und so viele verschiedene Antworten gefunden, dass die Wahrheit vermutlich ein Mischmasch aus vielen dieser ist. Vermutlich wissen das alle außer mir, dann bitte einfach aufhören zu lesen. Falls es noch jemand nicht weiß – die früheste Quelle für den Ausdruck stammt aus dem Buch “The wayfarer” des Schriftstellers Edward S. Martin (1909), in dem Leute aus Kansas fanden, dass die Stadt New York, der “Big Apple” einen unangemessen großen Anteil der nationalen Zuwendungen bekam. Am Leben gehalten wurde der Ausdruck dann von verschiedenen Seiten, zum Beispiel im Pferdesport, wo die hochdotierten Rennen in New York stattfanden (das Pferd bekam kein Geld, aber einen großen Apfel), ein Sportjournalist eine Kolumne “Around the Big Apple” über den Pferdesport herausgab, viele Künstler und vor allem Jazzmusiker in den 30er Jahren die Stadt dann so bezeichneten. Schlussendlich wurde die Benennung in den 70er Jahren populär durch eine große Werbekampagne für den Tourismus, in welcher ein roter, knackiger und saftiger Apfel für die lebendige, pulsierende und verführerische Stadt stehen sollte.

Liebe Maika, das war für mich eine Reise in meine Vergangenheit und vielleicht auch die Zukunft – ich bin entzückt über das Verreisen mit dem Finger auf der Landkarte und so reihe ich mich jetzt ein in deine NewYork-Linkparty und auch bei Maritas Taschenlinkparty.

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