Stifterolle

*Irgendwie schaffe ich es in diesem Jahr nie mal regemäßig zu nähen und so habe ich immer das Gefühl ich muss mich von Neuem rantasten. Das will ich diese Woche ändern und so dachte ich, ehe ich mich an eine Tasche wage, da nähe ich mich mit einem einfachen Projekt mit geraden Nähten warm. Ja, das habe ich mir gedacht, bloss so viel habe noch selten getrennt und ja es dauerte wirklich einen guten halben Tag, denn außer meiner eigenen Dummheit kam mir noch was dazwischen.

Als Projekt eingefallen ist mir sofort ein UFO, denn vor Jahren – als mein Stofffundus an Webware noch sehr klein und an Patchwork gar nicht zu denken war – habe ich mir bei der Quiltvilla eine Materialpackung samt Anleitung für eine Stifterolle bestellt … für das Kind zum Mitnehmen überall hin … also dachte ich, schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe.

Also alles ausgepackt und die bunten Streifen mit der schon daneben bereit liegenden Stiftepackung verglichen. Dann einen türkiston gegen einen gelbgrünen Streifen getauscht, da meine Farbpackung anders war, und mit dem Aneinandernähen der Streifen losgelegt … alles in Kette genäht … dazwischen brav gebügelt, damit es exakt wird. Das lief noch prima, auch wenn die Streifen teils recht ungleich lang waren. Anschließend auf ein gerades Maß geschnitten. Als ich dann den breiten Streifen, in den die Stifte kommen sollen, drauflegte, war dieser zu kurz. Vermutlich habe ich etwas weniger Nahtzugabe gehabt und das summiert sich eben auf die Länge; ergänzt habe ich dann rechts und links mit dem vorher aussortieren türkisen Streifen, die ich dann erst mal links auf rechts alle beide angenäht habe, aber das ging schlussendlich eben so von der Länge. Anschließend gleich noch die Finger verbrannt beim Umbügeln des oberen Randes.

Und dann habe ich gestöhnt, denn alle diese Streifen jetzt anzeichnen … welcher Stift hält darauf bis ich dann alle genäht habe und geht dann auch aus dem hellen Stoff wieder raus … aber dann ist mir eingefallen, dass ich ja in der Zeit, in der ich krank war, mir für solche Probleme eine technische Lösung ausgedacht habe und die konnte ich nun endlich ausprobieren.

Es handelt sich um einen selbst gebauten Linienanzeichner elektronischer Art, der aus einem Diodenlasermodul und einer Halterung besteht. Dieser Laser (Klasse 1, 650nm) strahlt eine Linie von ca. 0,5mm Dicke in rot aus, die ca. 30cm lang ist und damit gut geeignet dafür z.B. auf einem Quilt Quadrate diagonal zu quilten (dafür habe ich es mir gedacht). Die Halterung ist aus Holz, in das der Laser mit einem Silikonring eingesetzt ist; befestigt ist sie über drei versenkte Magnete an einer Magnetleiste, die ich (nach Recherche der Bauanleitung der Nähmaschine) oben an der Innenseite des ausziehbaren Lichts befestigt habe. Auf der anderen Seite liegt sie auf dem Ausziehlicht auf.

Nach diesen Nähten kann ich sagen, das ist super und ich spare mir einen wirklich verhassten Arbeitsschritt. Danke an meinen Freund, der hier tatkräftig zu Werke geschritten ist (mein Weihnachtswunsch; er Physiker). Das rote Licht sieht man auf hellen wie dunklen Stoffen optimal; lediglich bei der Auflage vorn auf der Lampe muss ich evtl. noch etwas nachbessern.

Soweit war ich also schon mal zufrieden und konnte die Vorderseite zusammensetzen – auch hier war mir nicht so recht klar, ob die Höhe oder die Breite der Stoffe knapp bemessen war, aber schlussendlich habe ich einfach wie ich dachte die Außenseite gestaltet und mit der Größe ging es sich dann gerade so aus. Vlies aufgebügelt und dann sah ich das Ende und nähte beide Teile rechts auf links zusammen, was mir erst beim Wenden auffiel und nachdem ich die Ecken abgeschrägt hatte. Dabei hätte ich diesmal sowohl an die Wendeöffnung gedacht gehabt, sie wäre groß genug und verriegelt gewesen … tja, also alles noch mal auftrennen und dann richtig.

Beim zweiten Zusammenähen musste ich nun sehr genau überall gucken, aber zum Glück ging es … gewendet und dann noch einmal außenrum abgesteppt. Hier sieht man schön, dass oben noch eine Verdickung eingearbeitet ist, die bei der zusammengerollten Stifterolle dann das Herausfallen der Stifte verhindert; auch die erleichterte mehrere Nähschritte nicht wirklich. So, alles geschafft und zusammengerollt, Verschluss dran … wie schön, mal was für mich.

Dann allerdings tauchte das Kind wieder auf (das vorher obgleich vieler Verwünschungen beim Trennen wie von Geisterhand verschwunden war) und sah das mühsam vollendete Werk … in das sich auch dank der vielen Unterbrechungen durch Legobauaktionen “Mama, ich finde das Teil nicht …” vielleicht Fehler eingeschlichen hatten? Den ganzen Tag hatte er ignoriert was ich da eigentlich nähte … nur den Laser zwischendurch interessiert betrachtet … und jetzt kam er an … tja, ihr könnt euch sicher denken wie das geendet hat … ABER: er ahnt ja nicht, dass ich sowas inzwischen auch ohne Materialpackung kann und in einer meiner Schubladen liegt die 48er Packung Buntstifte … aber das behalte ich mal für mich … und die Grundanleitung ist prima.

Und mein bunter Glücklichmacher darf jetzt zur UFOLinkparty zu Annette, zum DingsvomDienstag bei Elfi und zu Handmade on Tuesday von Kati und den Menschenskindern bei Karin.

* Auf meinem Blog schreibe ich privat und ohne kommerzielles Interesse über mein Hobby und nenne oder zeige dabei auch Schnittmuster/Materialien/Bücher/Zeitschriften/… Dazu äußere ich in meinen Beiträgen meine freie persönliche Meinung. Auch verlinke ich andere Blogs oder Websiten, wenn ich dort Dinge von Interesse entdecke und mit meinen Lesern zu deren Information teilen möchte. Für alle diese Einschätzungen erhalte ich keine Gegenleistungen.

12 Antworten

  1. nealich sagt:

    Liebe Ingrid, eine wunderbare Stifterolle ist das geworden, von Deinen Schwierigkeiten ist nix mehr zu sehen! Besonders die farbigen Hintergründe für jeden einzelnen Stift gefallen mir so gut, was für eine Auswahl!!!
    Dein Laserdings ist faszinierend, das spart viel Zeit und nerviges Entfernen der Quiltlinien und jetzt verstehe ich auch, wie es angebracht ist 😉
    Hab noch schöne Ferien und bis bald wieder
    Katrin

  2. Maika sagt:

    Wow! Wie schön sie ist! Da hat sich auch jede Trennarbeit gelohnt. So toll. Deine Lichtidee muss ich mal meinem hauseigenen Ingenieur zeigen. Das brauche ich ja auch unbedingt! Viele liebe Grüße maika

  3. Marietta sagt:

    Liebe Ingrid,
    tja, manchmal ist einfach der Wurm drin, aber das Ergebnis kann sich echt sehen lassen und bei deiner Rolle mit den 48 Stiften klappt dann bestimmt alles direkt beim ersten Versuch. Ich drücke auf jeden Fall die Daumen.
    Dein kleines Laser-Gadget ist genial, da muss ich doch mal Schatzi fragen, ob er sowas auch hinbekommt, er ist zwar kein Physiker, aber handwerklich begabt. 🙂
    Liebe Grüße
    Marietta

  4. Sarah sagt:

    😅 Was ist das denn bitte für eine coole Idee mit dem Laser?! Die Stiftmappe ist sehr hübsch. Ein ganz toller Farbverlauf 🙂
    Liebe Grüße,
    Sarah

  5. Hej Ingrid,
    da waren ja wirklich ganz viele stolpersteine eingebaut diesmal :0)aber das ergebnis ist einfach nur klasse! aber du bist auch immer ziemlich perfektionistisch… :0) die sache mit dem laser ist genial! bei der nächsten Rolle wird es sicher einfacher gehen… trennen gehört auch nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftyigungen :0) Ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

  6. Guten Morgen,
    Oh wie schön das ist ja ein wirklich hübsches UFO. Ich mag ja diese Streifennäherei sehr, tolle Stifterolle. Hach, und wieder ein UFO vom Stapel weggeputzt. Glückwunsch!!
    Ganz liebe Grüße von der See.
    Annette

  7. Liebe Ingrid,
    das sieht ja sehr futuristisch aus mit deinem Laserhelfer. Prima Idee!
    Ich mag diese bunten Stifterollen sehr, habe aber bisher nicht die Geduld aufgebracht sp viele verschiedene Stoffstreifen zuzuschneiden. Gut zu wissen, ob es dafür auch Materialpackungen gibt. Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner 48er-Stifterollen.
    Liebe Grüße
    Tina

  8. Stef sagt:

    Stiftemäppchen sind immer eine Augenweide! Auch ohne Befüllung. Ist aber auch eine Menge Arbeit, so dass ich gut verstehen kann, dass es mal zum UFO mutiert. Schön, dass es fertig ist!
    Für den Nahtabstand nutze ich mein Stepplineal an der Nähmaschine, aber so ein Laser ist natürlich eine obergeniale Sache! Hut ab vor Eurer Konstruktionsleistung!
    LG Stef

  9. Liebe Ingrid, was für eine grandiose Idee und Umsetzung von Dir und Deinem Mann! Der Laser ist grandios!! Und für solche Projekte sicher total wertvoll!!! Tolle Tasche!! Liebe Grüße! Nicole

  10. Bonnbon sagt:

    Liebe Ingrid,
    boah, eine Stifterolle für 48 Stifte!!!! Und dann sogar farblich sortiert…wie cool ist das denn! Die ist richtig schön geworden…von Unwegbarkeiten beim Nähen is nix zu sehen…toll!
    Und das mit dem selbst konstruierten Laser ist wirklich der Hit!
    *Schmunzel* da kann ich mir richtig gut vorstellen, wie dein Mann voller Tatendrang mit eingestiegen ist in deine Überlegungen! Das Ding solltet ihr euch patentieren lassen;)!

    LG Pamela

  11. Oh, wie cool ist die Stifterolle, ich LIEBE ja Rollen für alles Mögliche. Aber noch viiiiiel cooler finde ich Deine Idee mit dem Laser, ist ja grenzgenial! Die wird sofort abgespeichert und der Göttergatte für die nächste Bastelei angestachelt (er hat schon Einiges auf der von mir geführten Liste, nur seine Begeisterung hält sich in Grenzen… 😉 ) Ehrlich, der Laser hätte eine eigene Beschreibung und Blogpost verdient! (Erwähnst den mal so kurz nebenbei, pfft.) Liebste Grüße, Gabi

  12. Meike sagt:

    Liebe Ingrid, ich habe genau so eine Stifterolle in selbstgemacht auch schon mal von meiner Mutter geschenkt bekommen. Die traue ich mich nur total selten irgendwohin mitzunehmen, weil ich solche Ehrfurcht davor habe. Bescheuert, oder? Ich dachte ja, das sei ein Projekt mit einfachen geraden Nähten – wie du auch. Wenn ich jetzt deinen Herstellungsprozess lese, steigt meine Ehrfurcht eher noch mal… Schön, dass du nicht aufgegeben hast!
    Liebe Grüße, Meike

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