Menschen(s)kinder SewAlong Finale

So, kurz vor knapp habe ich es dann auch noch geschafft … das Finale für den  Menschen(s)kinder-Sew-Along bei Karin von Grüner Nähen – Bunter Leben und von Meike von Kleine Stöpsel und ich freue mich sehr darüber, auch wenn es irgendwie ein langer Weg war; da denkt man sechs Wochen sind selbst für mich als Nähschnecke lang genug, aber fast hätten sie doch nicht gereicht … ohje. Dabei war ich guten Mutes am Anfang, da die Stoffe ja schnell feststanden und auch die Schnittmuster vorhanden waren und wir die neue Größe 122 beginnen wollten (deshalb war klar, dass alles noch einen Ticken groß ist).

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Da ich den kleinen Mann (er fängt an sich über diesen Namen zu beschweren …) jetzt immer mitentscheiden lasse, weil ich befürchte das er sonst vielleicht einmal etwas nicht anziehen mag, wurde es dann ein bisschen komplizierter.

Beim Shirt wollte ich ihn wählen lassen zwischen Raglanärmlen oder normalen Ärmeln, aber dann eröffnete er mir, er möchte so ein Shirt haben wie ein Mädchen im Kindergarten … bloss er konnte mir nicht so genau beschreiben wie das aussah … also mussten wir das erst herausfinden … schlussendlich handelte es sich um ein Shirt mit einer überschnittenen Schulter. Dann die Schnittmuster auf der Festplatte durchforstet und tatsächlich tauchte ein Schnitt auf, der ihm gefiel und dazu war im gleichen Ebook dann auch noch eine dreiviertellange Hose, so wie wir sie ja auch haben wollten.

Für den Pulli wollte er unbedingt wieder so einen wie der Seebärpulli, alles klar. Unpassenderweise tragen die Schnitte die für diesen SewAlong völlig ungeeignete Namen: Lausejunge und Herzbube … aber ich hoffe das geht trotzdem in Ordnung, denn die Schnitte finde ich vollkommen unisex – eigentlich blöde, dass sie so heißen – es gibt jeweils eben noch eine andere Variante – aber bei beiden finden sich auch in den Titelbildern Mädchenfotos.

Von den Stoffen haben wir dann beschlossen, wenn ich schon einmal ein Set nähe, auch gleich jeweils die Grätenfische in rot und blau zu vernähen und dazu Streifenstoffe – das hat gerade prima gereicht für Shirt und Pulli.

Beim Pulli dazu blaue Bündchen (am Bauch ist es breiter wie vorgegeben, da der rote Stoff nicht lang genug war) und einen Rest einer Baumwollpaspel für die Kapuze. Der Pulli passt gut; da er aus Jersey genäht ist fällt er ziemlich weit (bei Sweat passt es dann perfekt).  Bei diesem Kapuzenpulli überlappt die Kapuze vorn sehr schön und hat genau die richtige Größe, er geht trotzdem prima über den Kopf und wird hier sicher ein neues Lieblingskuschelteil werden. Ich mag es gern, wenn die Pullis lang sind, so ist auch beim Radeln und Werkeln am Boden oder Strand der Rücken bedeckt. Lediglich die Ärmel musste ich um 4cm kürzen (das ist aber hier immer so).

Beim Shirt gefällt mir die Schittführung gut; auch das man oben einen zweiten Stoff als Akzent oder zur Beruhigung eines auffälligen Musters einsetzen kann mag ich, genau wie die leicht umgeklappten Ärmel. Allerdings ist es schon sehr weit an meinem ziemlich normal gebauten Kind – auch am Ausschnitt. Ich glaube da werde ich wohl eine Größe kleiner nähen und nur das Shirt nach unten verlängern, auch wenn der kleine Mann es so “schön luftig” fand – unter dem Pulli schoppte es sich für meinen Geschmack aber zu sehr und Kurzarmshirts werden hier das ganze Jahr getragen.

Ja und dann kam die Hose … er hat sich einen leichten Jeansstoff in mittelblau ausgesucht und die roten Anteile habe ich aus den Resten des Canvas von seinem roten Sitzsack genäht. Allerdings bemängelte er als ich Zuschneiden wollte diese “komischen Lappen” an den Hosenbeinen. Also sahen wir uns die Bilder dann noch mal genauer an und als er die Knöpfe an der Seite sah, sagte er “das ist total blöd – das drückt ja immer wenn ich auf dem Boden sitze wie bei den Reißverschlüssen an der anderen Hose – ich möchte das man sie umkrempeln kann und es unten drunter bunt ist”. Darüber musste ich erst mal nachdenken, habe dann aber den Schnitt trotzdem genommen, denn die Taschen mochte er, und die Beine einfach gerade runter zugeschnitten. Dann ein Stück roten Canvas drangenäht, umgelegt und oben innen festgenäht mit einer Welle und die Hose weiter genäht … bis mir dann aufgefallen ist, dass ich ja dann an dem umgeschlagenen Stück die Naht außen habe. Nachdem mein Ärger verraucht war, habe ich dann halt mit der Hand (mit der Maschine bei so vielen Lagen Stoff und der wulstigen Naht keine Chance mehr) Webbänder aufgenäht.

Das Nähen der ungewöhnlichen Taschen hat gut geklappt und sie lassen sich auch gut befüllen und sind geräumig – abgesteppt habe ich sie mit weiß und Dreifachstich. Beim Annähen des Bundes, in dem sich ein Gummi befindet, bin ich dann fast verzweifelt, weil eine Dehnung des Gummis auf die für uns passende kurze Länge kaum noch möglich war und als ich dann alles fertig hatte und wir die Hose angezogen haben war der Frust noch größer, denn durch das Absteppen des Gummis hat sich dieser doch wieder in die Länge gezogen und die Hose ist immer noch deutlich zu weit … Auf den Bildern sieht man auch, dass die Hose auf Halbmast hängt und wie ein Sack aussieht – sie gehört gut 10cm höher am Kind, die Länge würde dann genau passen. Baggy-Style ist irgenwie nichts für uns – das Kind stört der viele Stoff.

Wenn ich jetzt aber innen noch Knopflochgummi und Knopf reinmache oder eine Kordel, dann zieht sie sich so zusammen,, dass oben alles extrem wulstig und unbequem wird … so schade … ich werde mal das Kind füttern, um auf einen vernünften Bauchumfang zu kommen … oder die Hose schweren Herzens an einen Freund verschenken. Und diesen Schnitt für den kleinen Mann sicher nicht mehr nähen.

Vielen Dank an die beiden Veranstalterinnen für diesen SewAlong, so musste ich mich endlich mal aufraffen wieder an die Nähmaschine zu gehen, auch wenn es meist spät Nachts war und ich darf noch mit in die Linkparty hüpfen.

  • Schnitte:  Lausejunge von Lotte&Ludwig, Herzbube von Fred von Soho
  • Stoffe:  Bob Fisch, Streifen, Bündchen von Astrokatze, Jeans von Butinette, Reste

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